Rasender Falke - Die Wahrheit


Einleitung
Womit fangen wir am besten an? Vielleicht
als Ouvertüre
und als Foreshadowing/ Vorausdeutung mit diesem Quizbild von Philippe
“Manchu" Bouchet. (Wer hier bereits die eine nicht ganz exakte Zuordnung des Falken bemerkt, ist auf jeden Fall ein Experte).
Hinweis: alle Bilder können auch in hoher Auflösung betrachtet werden: einfach mit der rechten Maustaste aufs Bild klicken und 'Grafik in neuem Tab öffen' wählen und dann die Lupe benutzen.
Quelle: Gemälde von Philippe “Manchu" Bouchet
Im Hintergrund überragt der monumentale Monolith in seiner Größe einfach alles aber in weiter Distanz schwebt
einsam die Discovery aus 2001 nochmals oberhalb der Szenerie. Diese Konstellation der Raumschiffe ist hinsichtlich des Fazits dieses Essays so unglaublich zutreffend, dass es mir immer wieder den Atem verschlägt. Ich kann angesichts
der präzisen Arbeit nur anerkennend vermuten, dass auch
Philippe Bouchet über die Bedeutung sich im Klaren ist. Nachdem der Leser
das Ende dieser Ausarbeitung gelesen hat und somit die Lösung kennt, wird er dieses Bild und die dargestellten Bezüge in ganz anderem Licht sehen.
(das Star-Wars-Kinoplakat, das beim X-Wing erscheint wirkt sehr seltsam, obwohl es höchst offiziell war und das hatte damals System: der Ostblock konnte damals nicht die Nachfrage nach Filmen des Klassenfeindes
aus dem Westen unterdrücken und
zeigte nur sehr widerwillig diese Werke auch in sowjetischen oder auch polnischen Lichtspielhäusern. Die Filmplakate jedoch wurden nach eigener Lesart von eigenen, linientreuen Kunstproduktionsgenossenschaften erstellt,
um die Überlegenheit selbst der kreativen Bereiche der Planwirtschaft zur Schau zu stellen und dem eigenen Volk zu demonstrieren. Klingt komisch, war aber so.)
Oder vielleicht sollten wir zur
Einstimmung mit
einem etwas weniger profanen Bild starten: Fritz Langs
Metropolis aus dem
Jahr 1927 & Ridley Scotts Blade Runner aus 1982:
Quelle: Standbilder aus Fritz Langs Metropolis (1927)
Vergleich von Metropolis (Quelle: Standbilder von Fritz Langs Metropolis, 1927) und Blade Runner (Quelle: Standbilder von Ridley Scotts Blade Runner, 1982).
In Blade Runner wurde ein 5 Feet Modell des Falken als Grundlage für einen Wolkenkratzer wiederverwertet. Sogar der Schauspieler Harrison Ford wurde wiederverwertet. (*hust*)
Der Vergleich erinnert mich an die Parallelen zwischen Them! (1954) und Aliens (1986):
Was wir bisher wissen
Kurz gesagt wurde aus dem ersten Rasenden Falken, genannt
„Piratenschiff", sehr kurzfristig die Tantive IV (Blockaderunner) und der finale
Rasende Falke, wie wir ihn kennen und lieben, entstand quasi aus dem Nichts über Nacht.
ECREE: "Extraordinary claims require extraordinary evidence"
Der Sagan Standard ist mir von besonderer Bedeutung: alle Behauptungen unterlege ich mit belastbaren Belegen. (Carl Sagans
Foto der Erde (Pale Blue Dot) aus 6 Milliarden Kilometern Entfernung ist im positiven Sinne markerschütternd.)
Dieses Vorgehen
vermisse ich seit Jahren besonders bei all denjenigen Herstellern von Darth Vader Helmen, die frech behaupten, Abgüsse/ Kopien von "Originalen" abgenommen zu haben ohne dass jemals auch nur ein einziger Beleg für diese
Behauptungen vorgelegt wurde. Kein Foto vom Original, kein Foto vom Abformungsprozess, kein Beleg für die Herkunft des angeblichen Originals. Stets wird auf obskure Geheimhaltungspflichten hingewiesen. Oder
es wird behauptet, die Abformungen der Originale wiesen einzigartige Details wie Dellen und Kratzer auf, die nur ein Orignal besitzen könne.
Dabei ist jedoch offenbar nicht bedacht worden, dass entweder diese Dellen und Kratzer
auf Bildmaterial dokumentiert sind und somit natürlich replizierbar sind (die Kunstfälscherbranche hat da erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, um die laue "screen matched" Argumenation zu bedienen, wobei
bereits hier die Binsenweisheit ignoriert wird, dass "screen accurate" nicht gleich "prop accurate" und "screen matched" natürlich nicht gleichbdeutend "screen used" ist) auch durch eigene Kreationen/ Vorlagen/ Skulpturen, die eben nicht von einem Original stammen oder diese Kratzer, Dellen und Details sind nicht dokumentiert: dann sind
diese als Beleg für eine Originalherkunft beliebig und von billigen Lügen grundsätzlich nicht zu unterscheiden.
Wenn ich die Lineage-Vaporware-Seller und die allzu willfährigen Gläubigen
auf diese fehlende Belastbarkeit der Behauptungen anspreche,
geben diese häufig verzweifelt an, es handele sich dann doch nicht um den direkten Abdruck/ Abformung eines Originals, sondern um die zweite oder sogar dritte Generation einer Abformung.
Diese Schutzbehauptung lässt somit genügend
unsinnigen Raum für Abweichungen und falsche oder fehlende Details, die überprüfbar wären.
Das Abformen eines Originals ist selbst schon immer mit Abweichungen verbunden, da Details verschwinden können,
wenn die Silikon-Abformmasse
nicht in alle Strukturen eindringt oder eine etwas zu hohe Viskosität besitzt oder ungleichmäßig aushärtet. Zudem schrumpft die geschaffene Form selbst verstärkt auch aufgrund der beim Aushärten der
Flüssigkeit entstehenden Hitze.
Das ist der Grund, warum
für Hinterschneidungen notwendig flexible Silikon-Formen häufig nicht öfter als 20 mal benutzt werden können, um unverändert hohe Qualität zu bieten.
Beim Abformen von bereits abgeformten Formen, die selbst schon öfters benutzt wurden, potentiert sich die Abweichung hinsichtlich
der angeblichen, winzigen Details wie Beulen, subtilen Verformungen und Kratzern schon theoretisch ins Absurde. Der Gipfel ist dann nur noch, dass behauptet wird, die finale Abformung
sei "optimiert"/ "idealized" worden,
um sie besser aussehen zu lassen. Damit wäre dann auch der letzte Rest von
Überprüfbarkeit getilgt. (Falls das immer noch nicht reichen sollte, um sich jeder Überprüfbarkeit zu entziehen, wird einfach frech hinzugefügt, es handele sich um die dritte Generation eines Helms,
des zwar ein Original sei, aber eben nicht auf der Leinwand zu sehen sei, weil es ein Helm für Promotionszwecke oder Stunts oder Probeaufnahmen handele.)
Auch würde niemand, der ein Original besitzt, einem Abformungsprozess zustimmen, da hier das Orignal mit Abformmassen/ Abformflüssigkeiten/ hoffentlich inerten Chemikalien sowie hohen
Temperaturen in Berührung kommt, die immer das Risiko beinhalten, dass das Original unrettbar beschädigt wird in der Oberfläche, der Farbe, den feinen Details und der
unreplizierbaren Patina.
Auch ein 3D-Scan ist
vollkommen abwegig, denn hier muss das Original mit Chemikalien (Pigmente, Lösungsmittel) behandelt werden, da das hohe Reflektionsverhalten der Oberflächen (hoffentlich nur temporär) für den
Scanvorgang beseitigt werden muss
mit allen Risiken, die das Original beschädigen können. (Scanningsprays werden auf maximale Materialkompatibilität optimiert, jedoch kann
die Materialverträglichkeit für spezifische Anwendungen nicht garantiert werden. Die
spezifische Materialverträglichkeit ist daher vor der Anwendung durch den Nutzer zu prüfen. Sublimationssprays enthalten natürlich Lösungsmittel, Farbsprays enthalten Pigmente, die nach dem Scannen entfernt werden müssen durch
eine Reinigung... ich möchte den Besitzer eines echten Vaderhelms im Wert von Millionen von Euros sehen, der das sehenden Auges zulässt.). Ein 3D Scan funktioniert sehr schlecht oder eben hinsichtlich der postulierten Präzision und Authentizität gar nicht bei Oberflächen,
die wahlweise glänzend oder reflektierend oder schwarz oder transparent sind. Das notwendige Mattierungsspray trägt eine Schicht auf das Original auf und verfälscht damit das Ergebnis. Ein Vaderhelm (schwarz, glänzend, reflektierend, transparente Schichten und Lacke) ist also unbehandelt im Wortsinne komplett unscanbar.
Das Original könnte zudem komplett zerstört werden, wenn es ganz simpel herunterfällt.
Diese geheime Abformungsmär ist einfach lächerlich in allen Ebenen.
"Whenever people make extraordinary claims, it's always a good idea to consider for a moment if they are personally benefiting from the claim."
(Jonathon Hill)
tentative: adjective uk /ˈten.tə.tɪv/: (of a plan or idea) not certain or agreed, or (of a suggestion or action) said or done in a careful but uncertain way because you do not know if you are right. Synonym: provisional
Um hier zusätzlich gleich zu
Anfang keine Missverständnisse aufkommen zu lassen hinsichtlich der völligen
Überfrachtung mit unnützen Details und exzessiven Abschweifungen dieses Pamphlets: die sechs Bezeichnungen
des Raumschiffs sind chronologisch in dieser Reihenfolge entstanden: es
wurde im Drehbuch "Galactic Cruiser" und auch "Rebel Starfighter" genannt.
Nachdem der Film herauskam, wurde es bekannt unter dem Namen "Rebel Blockade
Runner" (das ist auch der Name, der auf der ersten Zeichnung von George Lucas
stand) und erst durch das Hörspiel im "National Public Radio" wurde es 1981
auf den Namen "Tantive IV" getauft. Jahre später wurde es in weiterführenden
Veröffentlichungen wie Technikillustrationen und fiktiven Registern als
"Corellian Corvette" bezeichnet vor dem Hintergrund des Ursprungs für den
Millennium Falcon. Als schließlich Episode III im Jahr 2005 entstand, wurde
es "Alderaan Star Cruiser" genannt.
Was wir bisher nicht wissen und worum geht es hier überhaupt?
• Wie konnte das so einzigartige
Raumschiff „Rasender Falke“ in derart kurzer Zeit entstehen?
• Woher stammt
der Entwurf und die Idee der Gestaltung?
• Wieso gibt es keine langsame
Entwicklung sondern nur schlagartig das Endprodukt?
Die
Entstehungsgeschichte des Blockade Runner ist minutiös und lückenlos
dokumentiert mit hunderten von Zeichnungen, Plänen, Fotos, Modellen,
Maquettes, Storyboards, Designentwicklungen, Abänderungen und Details. Im
Gegensatz dazu sollen wir offenbar glauben, dass die Inspiration für den
Falken abstammt von einem (mm-hmmm, das ist ein…) leckeren Burger (mit einer
Olive an der Seite). Oder von ein paar schmutzigen Abwaschtellern. Oder von
einer Pizza. Oder von einem Ufo. Nichts davon ist belegt, außer der Pizza.
(badum-tiss). Was genau hier verschwiegen werden sollte, kläre ich in diesem
Video auf.
Es gibt in interessierten Kreisen bereits eine Menge
Informationen über diese ungelösten Rätsel der Entstehungsgeschichte des
Falken aber die bisher erstaunlichste und professionellste Sammlung perfekt
zusammengetragener Fakten und Zusammenhänge ist sicherlich diese hier:
kitbashed.com. Weitere unglaubliche Details sind unter
3dsf.info zu finden.
Alle stellen fest, dass die offenkundige Lücke nie erklärt wurde und dass
sich die bisherigen Erklärungen widersprechen und dass diese zudem nicht
plausibel sind.

Was genau werde ich hier offenlegen und mit vielen belastbaren Belegen und Theorien untermauern:
Ich werde
darlegen, warum die Designvorlage kein Burger oder UFO war.
Dazu werde ich
die genauen Proportionen des Falken erklären und herleiten. Die Größen,
Formen und Positionen der Triebwerksabdeckungen werden ebenso eindeutig
plausibilisiert wie die beiden nach vorne weisenden Keile. Vor allem werde
ich eine Erklärung liefern, wie das seitlich angebrachte Cockpit mit der
Lücke zwischen den beiden Keilen in Beziehung steht und wieso das Triebwerk
die halbkreisförmige (exakter: nahezu viertelkreisförmige) Gestalt besitzt.
Ganz wichtig: meine Erklärung basiert
auf belegten Fakten des Real Life Produktionsprozesses des Films und nicht
etwa auf beliebigen Fantasy-Retcon-Phantastereien.
Ich habe dazu einen
amtlichen Riesenstapel Bücher angehäuft und mit viel Spaß durchforstet, um
möglichst viele Details zu finden. Tatsächlich war meine Lösung jedoch, wie
so oft, ein grandioser Zufallstreffer, den ich beim Durchblättern auf der
Suche nach etwas ganz Anderem machte. War es Glück? Ja, denn meine
Definition von Glück lautet: Es ist Glück, wenn Gelegenheit auf Vorbereitung
trifft.
Schließlich kann ich jedoch voller Stolz konstatieren, dass mein
Fund intensiver, kritischer Überprüfung standhielt und sogar immer mehr in
sich schlüssige Details elegant offenbarte, die sich im gleichen Maße mit
allen hier zusammengetragenen Anhaltspunkten decken wie sie auch die bisher
lancierten Mythen und deren Motivation entlarven.
Denn wer will schon
zugeben, dass das Design des berühmtesten aller Raumschiffe eine simple
Kopie von -beep- ist und damit maßgeblich eben nicht auf Joe Johnstons
Arbeit basiert sondern auf dem sonst in der Star Wars Welt weitgehend
unbekannten Gestalter mit dem Namen -beep-?
Dies ist meine zweite Entdeckung im Krieg der Sterne Universum: meine erste machte ich vor einigen Jahren, als ich feststellte, dass die rote Beleuchtung von Darth Vaders Brustcomputer
aus zwei unterschiedlich hellen Lampen statt nur einer Lampe pro Zeile besteht. Das alternierende Leuchtverhalten und die Helligkeiten wurden zudem bisher noch von keinem Hersteller dieser
Beleuchtung dargestellt- daher habe ich meine eigene Beleuchtung entwickelt anhand sämtlicher Kinofilmszenen. Dazu habe ich mit viel Spaß und Elan Elektronik, Elektrik und Programmieren ganz neu erlernt.
Übersicht des Status Quo (das bisherige Wissen über die Entwicklung)
Fangen wir also mit dem an, was
bisher an Informationen vorliegt:
Auszug aus dem Drehbuch. (Quelle: Scipt Star Wars Episode IV, A New Hope, from the Journal of the Whills by George Lucas, revised fourth draft, January 15, 1976, Lucasfilm Ltd.)
Die hier im Drehbuch erwähnte Rube
Goldburg (sic!) -Maschine (die tatsächlich
Rube Goldberg Maschine heißt und
mir am besten als Kermits "Was-passiert-Dann-Maschine" bekannt ist)
beschreibt den ersten Eindruck des Raumschiffs schon ganz treffend.
Kermits Was-passiert-Dann-Maschine

Zeichnung von George Lucas
Eine erste „Zeichnung“ von George Lucas für den Illustrator Ralph McQuarrie
offenbart hier neben der Ähnlichkeit zum Raumschiff aus Stanley Kubricks
mystischem Meisterwerk 2001: Odyssee im Weltraum (die Discovery One) einen
seltsam genau prophezeienden Vorgriff auf die Zukunft, die von exogenen
Einflussnahmen geprägt sein wird: das Rebellenraumschiff (Rebel Blockade
Runner/ RBR-1/ Tantive IV) und auch das Piratenraumschiff (Rasender Falke/
Pirate Ship) sind hier tatsächlich identisch. Auch die Prägung von Star Wars
durch das große Vorbild 2001: A Space Odyssey offenbart sich später noch in
einigen überraschenden Aspekten.
Diese Zeichnung stammt aus einer
Auktion, die sich jedoch offenbar irrt hinsichtlich der Urheberschaft: nicht
Colin Cantwell hat diese Zeichnungen erstellt, sondern George Lucas.
Colin Cantwells Prototyp des Piratenschiffs

ein früher Entwurf der Discovery One mit Solarpaneelen

ein Modell der finalen Discovery One
Dieser erste Entwurf des Piratenschiffs von Colin Cantwell zeigt einige
wesentliche Elemente: die längliche, aus gleichförmigen Baueinheiten
gestaltete, filigrane Form erinnert an die Discovery aus 2001, die rustikal
aufgereihten Triebwerksgondeln in X-Form wirken wie ein brachial aufgemotzter
Hot-Rod und es sind die charakteristischen Rettungskapseln (Achtung,
Triggerwarnung: die hier wie zehn kleine Schokoküsse auf der Oberseite
wirken) bereits vorhanden.
Nach einigen Entwicklungen, einer Vielzahl von immer
neuen Konzeptskizzen und unzähligen Abwandlungen (durch Colin Cantwell,
Ralph McQuarrie, Joe Johnston, John Dykstra, Steve Gawley, Gary Myers und
Alex Tavoularis) wurde schließlich das finale Design erstellt.
Nachdem
Cantwell, der zuvor bei der NASA gearbeitet hat und auch bei 2001: Odyssee
im Weltraum mitgewirkt hat, bei Lucas anfing, kam Ralph McQuarrie dazu und
die ersten Zeichnungen zeigen auch den großen Einfluss von 2001, denn das
Piratenschiff sieht aus wie die Discovery:

Skizze des Piratenschiffs von Ralph McQuarrie

Skizze des Piratenschiffs von Ralph McQuarrie

Skizze des Piratenschiffs von Ralph McQuarrie
Colin Cantwell präsentiert den Y-Wing Entwurf
Hier ist der junge Cantwell zu sehen, wie er ein Modell eines von ihm
entworfenen Y-Wings George Lucas präsentiert. Die andere Version wurde zum
T-16 Skyhopper, den Luke Skywalker als Spielzeug im Film benutzt. Zudem
steht das Gerät im Hintergrund der Garage auf Tatooine.
Filmszene: Luke Skywalker spielt mit einem Modell des ersten Y-Wing-Entwurfs von Colin Cantwell

Filmszene: im Hintergrund ist ein 1:1 Modell des T-16 Skyhoppers zu sehen
frühe Gestaltung des Piratenschiffs
Dieses erste
Modell des Piratenschiffs zeigt die stark an den im zweiten Weltkrieg
eingesetzten B-29 Langstreckenbomber angelehnte Cockpitkanzel, die
charakteristischen Landefüße und die Rettungskapseln, von der eine schon fehlt, um ein wenig
bewegte Hintergrundgeschichte anzudeuten.
Vergleich des B-29 Cockpits mit dem des Rasenden Falken
weitere Entwicklungsstufe des Piratenschiffs: eckige Düsen mit einer speziellen Form
Hier sind jetzt mit der
nächsten Evolutionsstufe statt der aufeinandergestapelten Raketentriebwerke
acht längliche Düsen in zwei Viererbatterien zu sehen, die einen
geschliffeneren Eindruck vermitteln. Diese Änderung ist nicht zufällig,
sondern beruht auf einem weit verbreiteten aber wenig bekannten
Designprozess-Ansatz, den ich später noch einmal aufgreifen und erläutern
werde und der ein wichtiges Schlüsselelement dieses Essays zur Klärung der
Design-Ursprünge des Falken darstellt.
Ralph McQuarries Entwurf des Piratenschiffs
Diese Konzeptzeichnung von
Ralph McQuarrie zeigt den Falken im Mos Eisley Weltraumhafen. Die
Rettungskapseln sind gut zu erkennen.
die fertige Illustration in Farbe
Die farbige Illustration offenbart
Details wie die schmutzige Außenhaut und die Radarschüssel. Sehr gut
erkennbar sind auch bereits Chewbacca, C-3PO, R2-D2, Ben und Luke sowie Han
Solo, der unter dem Raumschiff stehend auf seine wertvolle Fracht wartet.
Die Rampe zeigt den Weg ins Innere und R2-D2 sucht nicht das Weite, sondern
das war zu dem Zeitpunkt die Art und Weise, wie er vorwärts fuhr. (dritte
Bein nach hinten ausgefahren).

die frühe Konzeption von R2-D2 mit dem dritten Bein nach hinten
die Innenansicht mit rautenförmigem Querschnitt
Die Innenansicht aus November 1975
zeigt sehr gut den länglichen Aufbau, der an ein U-Boot erinnert und den
rautenartigen Querschnitt dieses Raumschiffs, das auch bereits die runden,
gepolsterten Durchgänge in der der Mitte aufweist.
Der Innenraum des Piratenschiffs wurde bereits entsprechend des Plans (siehe oben) gebaut (genau wie das Cockpit), als die Änderung der Raumschiffe durch das Auftauchen der Eagle aus 1999 notwendig wurde. Dieser Innenraum wurde dann zum Innenraum der Tantive IV umgewidmet und für die Einführungsszene mit Prinzessin Leia genutzt.

Die Düsentriebwerke wurden in mehreren Szenen wiederverwendet. Dieses Vorgehen ist bei allen Produktionen üblich, um Kosten und Zeit zu sparen. So sind auch in Episode V einige Deckenelemente aus Bespin doppelt eingesetzt.
der Hot Rod aus American Graffiti
Die schroffe,
unverkleidete Mechanik eines mit groben Mitteln extrem leistungsgesteigerten
Hot-Rods, wie er stilprägend war in George Lucas Filmhit aus dem Jahr 1973
„American Graffiti“, in dem der gelernte Tischler Harrison Ford den „Bob
Falfa“ spielte, sollte nun den Charakter des Piratenschiffs weiter
herausarbeiten. Also wurden die acht schmalen, eckigen Triebwerke durch eine
brachiale Batterie von elf länglichen, aufeinandergestapelten Düsen am Heck
ersetzt. Fertig war das Piratenschiff.
das fertige Pirateship
Es wurde als knapp 2 m langes Riesenmodell angefertigt mit über 400 elektrischen Schaltungen (Lichter, drehendes Radar, Landegestell).
Die Größe war der angedachten, tragenden
Rolle geschuldet: viele Details sollten in den häufigen Großaufnahmen, die
geplant waren, zur Geltung kommen. Es kostete mit 25.000 USD bereit ein
Drittel des gesamten Modellbudgets.
das Modell wurde aus Acrylglas erstellt.
Als Krieg der Sterne/ Eine Neue Hoffnung/ A New Hope entstand, war das Geld grundsätzlich nicht knapp.
Das
Budget betrug zunächst 7,5 Millionen Dollar und wurde dann auf 11 Millionen
Dollar erhöht (Westworld: 1,2 Mio., Der Weiße Hai: 9 Mio., Unheimliche Begegnung der dritten Art:
19 Mio., James Bond - Der Spion, der mich liebte: 14 Mio., Das Leben des
Brian: 4 Mio.). Da aber auch viel dafür geboten wurde (Modelle, Kostüme, neu
entwickelte, computergesteuerte Kameras) und jede Menge junge Talente mit
viel Engagement sehr günstig ins Team zusammen mit erfahrenen Experten
geholt wurden, konnte sich George keine Pannen, Verzögerungen oder laufende
Änderungen leisten.
Joe Johnston stempelte sogar mit einem Radiergummi
winzige Fußabdrücke auf die Oberseite der Raumschiffverkleidungsteile, um
einen möglichst überzeugenden Gesamteindruck zu vermitteln.
Der leinwandfüllende Sternenzerstörer der Eröffnungsszene selbst war nur etwa halb so groß geraten als Modell: etwa einen Meter.
Aber es war zu diesem
Zeitpunkt ja auch nie der Plan, den Sternenzerstörer mit diesem
Piratenschiff in der Eröffnungsszene zu zeigen. Erst in der folgenden
Episode 5 wuchs dieses Star Destroyer-Modell auf angemessenere 2,43 m an.
Modellgrößenvergleich Piratenschiff und Sternenzerstörer
Dann jedoch erschien im Jahr 1975 im Fernsehen "Space: 1999"

die Fernsehserie erschien im Jahr 1975

Przybysze z Matplanety nutzte die Eagle auch von 1987–1990
George Lucas
empfand die Ähnlichkeit zwischen seinem Piratenschiff und dem
Eagle-Raumschiff als zu frappierend und befürchtete, dass sein Raumschiff
als eine allzu einfallslose Kopie des billigen Fernsehspiels, da noch mit
Drähten und Fäden die Modelle bewegte, rezipiert werden könnte. (Darth Vader
wird auch gerne mal mit einem Tie Piloten verwechselt, ich kann die
indifferente Wahrnehmung des Publikums bestätigen und nachvollziehen aus
erster Hand.)
beide Modelle wurden gegenübergestellt

oben: das Pirate Ship, unten: die Eagle aus Space: 1999
die gleiche Situation ereilte Herrn Lucas auch bei der Gestaltung des Schachspiels zwischen dem Riesenpilotenhund und dem goldenen Sabbelschwester-Roboter: geplant war die Aufnahme von echten Schauspielern vor einem Bluescreenhintergrund, um das Hologramm-Schachspiel 'Dejarik' darzustellen. Da aber der Film 'Futureworld' 1976 genau diese Idee bereits auf die Leinwand brachte, benötigte George Lucas innerhalb von 14 Tagen einen Alternative: Stop-Motion-Animationen von Phil Tippet und Jon Berg.
Daher verwarf George Lucas mit viel Verve die Idee des bisherigen Piratenschiffs und forderte kurzerhand und sehr kurzfristig ein radikal neu gestaltetes Piratenschiff, das sich extrem vom bisherigen Äußeren unterscheiden sollte.
Apropos Verve: Die Gruppe
"The Verve" hat für
ihren größten und einzigen Hit "Bittersweet Symphony" einen Sample benutzt
von "The Andrew Oldham Orchestra". Dazu hatte "The Verve" auch die Erlaubnis
erhalten. Aber da "The Andrew Oldham Orchestra" Hits der "Rolling Stones"
interpretierte und nachspielte, wurde von den "Rolling Stones" die ganze Knete
des "The Verves" Hits eingesackt. Die Streicher aus "The Verves" "Bittersweet
Harmony" basieren auf der Gitarre aus "The Last Time" von den "Rolling Stones".
Klingt überhaupt nicht ähnlich bei "The Verve", ist aber so. (Die Geschwindigkeit wurde halbiert.)
Überraschenderweise basiert der "Rolling Stones" Hit selbst auf einem anderen
Lied: "This May Be The Last Time" von "The Staple Singers". Warum dieses Prinzip hier
so gut in den Kontext passt, klärt sich noch; versprochen.
Das Stichwort "singing" reicht mir an dieser Stelle, um mein Deloreanmodellvideo zu zeigen:
Wie spricht man eigentlich das
aus dem Französischen stammende Wort Verve auf Deutsch aus? Wehrf? Wehr-Fe?
Wer-Wä? Wörf? Ich hole mir mal
hier Aussprache-Hilfe auf Youtube.
Ok, jetzt habe ich Fragen.
Das alte Piratenschiff wurde aus Kostengründen
abgewandelt und weiterverwandt als eigentlich viel zu großes
Rebellendiplomatenschiff Tantive IV.
Etliche Änderungen waren
notwendig: Das Cockpit wurde abgetrennt und im neuen Falken weiterverwandt,
da es bereits als teure Kulisse für Dreharbeiten mit Schauspielern in den
Studios in Shepperton aufgebaut wurde.
Die maßstäbliche Größe hat
sich dramatisch erhöht von einem kleinen Piratenschiff mit nur zwei Piloten
in ein riesiges Diplomatenschiff mit einer Brücke, Konferenzräumen und
weitläufigen Gängen, in denen ja auch der Eröffnungskampf der übermächtigen
und präzise treffenden Sturmtruppler stattfindet.
(Die Sturmtruppen waren de
facto übermächtig, da sie die Rebellen schlugen, obwohl die Rebellen
eigentlich sehr gut geschützt allesamt auf das aufgeschweißte Einfallstor
schießen konnten, um einen Sturmtruppler nach dem anderen zu vernichten.
Diese weißen, steril glänzenden Gänge der Tantive IV erinnern an den Stil
von 2001, um dann diesem Eindruck ein ölverschmiertes, repariertes und
ranziges Star-Wars-Rebellen-Universum im Reportagestil grobkörnig gefilmt
kontrastierend gegenüberzustellen).
Dazu mussten viele Details angepasst werden, um dem neuen Maßstab Rechnung zu tragen:
• Die Stempelfußabdrücke
wurden entfernt
• ein neues Cockpit wurde erstellt aus zwei
aneinandergeklebten Farbeimern (ähnlich dem Kopf des Droiden WED-9-M1, der
in den staubigen Gassen Mos Eisleys neben der Zitronenbeissergesichtsversion
von C-3PO, genannt CZ-3, rollt)

der blaue WED-9-M1 Droid hat ebenfalls einen aus zwei kegelförmigen Behältern zusammengesetzten Kopf
• auch wurde für den neuen Größenmaßstab das
Fenster angepasst (eine erste Version mit Sprossenfenstern sollte zunächst
eine günstigere Änderung des Piratenschiffs darstellen, ohne ein komplett
neues Raumschiff erstellen zu müssen. Dieses wurde jedoch verworfen und
schließlich hat man das Sprossenfenster durch den schmalen Spalt ersetzt,
der besser zur dann neuen epischen Größe des umgewidmeten Blockade Runner
passte und von der Discovery XD1 inspiriert wurde). Nicht das Einzige, was
von der Discovery inspiriert wurde, so viel sei hier bereits verraten.
die erste Änderung: Sprossenfenster

schließlich wurde ein breiter Spalt favorisiert

die Ähnlichkeit zur Front der Discovery ist unübersehbar
Die Rettungskapseln, die zuvor für ein bis zwei Personen konzipiert
waren, wurden umgestaltet zu Geschütztürmen, indem Kanonen oben angebracht
und die Lagesteuerungsdüsen entfernt wurden.
die Rettungskapseln oben wurden zu Geschütztürmen
an der Unterseite wurden kleinere Pods angebracht
die Steuerungsdüsen wurden entfernt
Der Maßstab wurde vergrößert

alte und neue Größenverhältnisse

die Rettungskapseln wurden auch unten angebracht, damit diese Szene funktionieren kann.
Dem Maßstab entsprechend viel kleinere Rettungskapseln wurden unten angebracht und drei Schächte wurden leer gelassen, um auch hier wieder anzudeuten, dass bereits Rettungskapseln benutzt wurden oder sich versehentlich gelöst haben. Die Positionierung an der Unterseite war essentiell, um die Flucht aus dem bereits gekaperten Diplomatenschiff aus der Unterseite des Sternzerstörers zu ermöglichen.

das Modell mit der Einstiegsluke und der Aufnahme für das Drehgelenk
Die Einstiegsluke des Piratenschiffs, die ursprünglich
für eine Person konzipiert war, wurde beibehalten, da sich diese auf der
rechten/ Steuerbord-Seite befindet und in keiner Szene zu sehen war. Hier
ist auch sehr schön die massive Querachsen-Aufhängung des schweren Modells
zu erkennen.
Die praktischen Modelle mussten nicht nur gut aussehen und
technisch plausibel erscheinen, sondern auch Vorgaben der Tricktechnik
erfüllen: Aufnahmepunkte für Befestigungen und Achsen (Quer-, Längs- und
Vertikalachse) zur Positionierung und Bewegung des Modells mussten stets
eingeplant werden.
Um eine gute Bluescreenaufnahme zu ermöglichen, waren
Mindestdicken von Tragflächen ebenso wichtig wie eine matte Oberfläche, um
Überblendungseffekte zu vermeiden. Glänzende Cockpitscheiben waren somit
auch nicht möglich, wie man es am Modell des Falken gut erkennen kann und
wie der Slave 1 mit seiner abnehmbaren Cockpitscheibe, die gegen Versionen
mit glänzender oder auch opaker Oberfläche getauscht werden konnte, es auch
sehr gut demonstriert.
Die runde Satellitenschüssel wurde für den Bau
des Falken übernommen und durch eine rechteckige Version ersetzt.
die starke Achse zur Aufhängung des Modells ist ein wesentliches Bauelement

das Cockpit wurde stets ohne reflektierendes Glas genutzt

das Problem der reflektierenden Flächen wurde gelöst durch das Reverse Bluescreen-Verfahren, das in Firefox (1982) und Spaceballs (1987) Anwendung fand.

die runde Radarschüssel wurde gegen eine eckige getauscht
Fazit:
Wir halten also kurzgesagt nochmals hier fest: das Piratenschiff
orientierte sich stark an vorhandenen Konzepten wie der Discovery aus 2001,
durchlief dennoch über Monate viele kostspielige Iterationen, benötigte
etliche Entwürfe, Zeichnungen, Pläne, Konzepte, Maquettes, Modelle und
Änderungen bis es final fertiggestellt werden konnte.
Dann wurde es nochmals
im Maßstab geändert und das Cockpit sowie die Satellitenschüssel wurden für
den Falken übernommen.
Der Millennium Falcon in all seiner komplett neuen
Pracht, die so gar nicht nach NASA-Leichtbau aussah wie die Eagle und die
Tantive IV hingegen war… einfach sofort da?
Diese Southpark-Meme bringt es auf den Punkt.
So ist der Name entstanden
Wenn man zu 1999
eine Eins addiert, erhält man 2000 und somit das neue Millennium, das
zusammen mit der Abwandlung des Eagle zum Falcon den Namen des Raumschiffs
ergibt. Space 1999 selbst war auch schon recht nah dran an 2001, wenn man
mal ehrlich ist…
Für Episode VI, Die Rückkehr der Jediritter, wurde übrigens das alte Modell nochmals genutzt:
zusätzliche Fenster und Geschütze
wurden angebracht (das konnte ich nicht belegen, für mich sehen die Modelle
identisch aus): "The Rebel blockade runner from Star Wars thus resurfaced in
Jedi, with a number of modifications. Windows were added to its spine, and a
gunship version of the vessel was made with heavy artillery mounted on its
flanks" (Sculpting A Galaxy, Seite 5). Hohn Goodson hat dann in den 90er
Jahren im Rahmen der weltweiten Museums-Ausstellungen den Urzustand
wiederhergestellt und zusätzlich als humorvolle Anekdote die eigentlich fürs
Piratenschiff vorgesehenen Details im Cockpit wieder erneut realisiert: ein
Star Wars Poster, das von der Hülle der VHS-Kaufkassette entnommen war sowie
eine erotische Aktphotographie von Playboy Playmate Deborah Borkman, Miss
July 1976. (das habe ich ausführlich stundenlang widerwillig geprüft und
belegt: es ist tatsächlich Deborah Borkman).
das Modell wurde mit Postern ausstaffiert
die Playboyausgabe 07/ 1976 mit Frau Deborah Borkman

das VHS Cover wurde als Poster genutzt
Wie schnell ist es entstanden?
“The second pirate ship was probably the ship we designed the fastest. It probably took less than a week" (Joe Johnston)
The Making of Star Wars, Seite 90
In „The Making of Star Wars“ auf Seite 90 wird nonchalant eingeräumt, dass das Design des Falken weniger als eine Woche gedauert habe.
Das Cockpit wurde gemäß der Angabe in diesem Text vom alten ins neue Raumschiff verpflanzt, weil es George so gut gefiel? Es ist wahrscheinlicher, dass es übernommen wurde, weil es bereits 1:1 gebaut wurde. Die asymmetrische Position ist auch kein Zufall.
Pirates and Princesses.net fasst die Legende knapp zusammen
Auf der Seite Pirates and Princesses.net wird die Erschaffung zusammengefasst mit „packe ein paar Teller
aufeinander, platziere ein Cockpit exzentrisch an die Seite, füge zwei Keile
vorne hinzu, dazu eine Satellitenschüssel und ein paar Rohre: fertig.“
„Lucas wanted […] more flying saucer-like“?
Ich bezweifle sehr, dass das
tatsächlich sein ausgesprochener, höchst ambivalenter ("more saucer-like but not too much like a saucer") Wunsch war.
starwars.com: "The Falcon was designed in one day."
Star Wars.com: „Das
originale Design war kein Hamburger.“ (nämlich das dem Eagle sehr ähnliche
Piratenschiff).
„Der Falke wurde an einem Tag (sic!) gestaltet.“
„Wir nahmen einige Komponenten des Blockade Runner, wie etwa
das Cockpit, und packten es an die Seite einer großen Schüssel mit Keilen
vorne dran“.
Eine komplette Neukonstruktion mit allen Details an einem Tag
und anschließendem, teuren Modellbau. Aus dem Nichts. Oder anhand eines Hamburgers
oder Tellerstapels? Nie. Und. Nimmer.
hier eine gute Darstellung von Joe Jonstons Seite, die nur sehr vage andeutet, wie es gewesen hätte sein können und gleichzeitig T-Shirt verkaufen möchte. Nuff said.
Zur Einordnung
Zur Einordnung von George Lucas'
angeblichem Wunsch, nun eine fliegende Untertasse als Vorbild nehmen zu
wollen: Es gab zuvor etliche Sci-Fi-Streifen, deren Gestaltung billig und
uninspiriert wirkte (bis auf 2001: Odyssee im Weltraum natürlich):
silberfolierte Mercury-Raumanzüge mit hohlen Glaskugeln als Helm,
aseptisches Hochglanzambiente und lächerliche fliegende Untertassen, die so
oft von Autoradkappen auf Ufo-Sichtungsbildern imitiert wurden, sowie
filigrane Laserpistolen wie aus einem Bugs Bunny-Clip bestimmten die Optik,
die George Lucas um jeden Preis vermeiden wollte (siehe als verstörendes Beispiel Ilja Richter mit Mark Hamill in 'DISCO', 1980), als er eine Welt schuf,
die gebraucht, ölig und funktionierend wirkte und im Reportage-Stil
authentisch und grobkörnig dargestellt wurde.
Es gibt kein besseres Symbol für kitschigen Sci-Fi-Trash, als das abgenutzte, überstrapazierte Klischee der stereotypen, fliegenden Untertasse.

eine typische Sci-Fi Strahlenpistole

ein typischer UFO-Schinken (hier: "Fliegende Untertassen greifen an" aus dem Jahre 1956)
,

ein typisches UFO
George Lucas im Interview 2006: "something with a radial shape"
2006 verstrickte sich George Lucas in Widersprüche:
Einerseits wollte etwas ganz Neues und während er im
Flugzeug auf dem Weg von London saß, sei ihm die Idee der Hamburger-Form
gekommen. Zwar sei die Form eines Hamburgers klar die einer
Fliegenden
Untertasse, die er stets ablehnte, aber dennoch sei er von der runden Form
doch überzeugt, die jedoch eben anders als alles andere sein sollte.
Lucas
war also der Erfinder der Falken-Form, die von einem Hamburger inspiriert
wurde. So, so.
diesen Clip habe ich mit meinem bösen Teddy (Feisty Pet) erstellt. Besonders aufwendig waren der Anzug, die Perücke und vor allem der Becher.
George Lucas' angebliche Aussage laut Joe Johnston: "could have the essence of a flying saucer"
„Ein Burger, den man auch beschreiben könnte als zwei Teller, zwischen denen man Zeugs gestopft hat.“
Hier wird die
Teller-Inspiration verkrampft und bemüht verknüpft mit der
Hamburger-Vorlage.
Schließlich wird hier ein vor dem Hintergrund der lange vergangenen,
vierzigjährigen Zeit sehr vages Zitat ins Feld geführt: „George könnte an
einem bestimmten Punkt gesagt haben, dass der Falke im Kern seines Wesens
eine Fliegende Untertasse beinhalten könne. Es gab eine Atmosphäre, die
offen war für jegliche Optionen.“
George Lucas soll also plötzlich sein Heil gesucht haben in der schlimmsten Verkörperung aller schlechten Sci-Fi Filme, in der billigsten aller denkbaren Ausgeburten cineastischem Banausentums, obwohl er gerade zuvor sein teures Erstmodell verworfen hat aufgrund einer oberflächlichen Ähnlichkeit zu einem Fernsehserienraumschiff.
„Interessante“
These.
Ich bin sicher, eine plausiblere Erklärung liefern zu können im
Rahmen dieses Essays.
George Lucas hat sich angeblich in höchster Not den stereotypen UFOs zugewandt
George Lucas‘ Hütte brennt: Monatelange Entwicklungszeit für das
Piratenschiff, gigantische Budgetbelastungen zur Erstellung der Modelle und
Requisiten, dazu der enorme Zeitdruck, der jede weitere Verzögerung
unerträglich macht.
Und was soll George in dieser Situation gemacht
haben? Er soll sich auf Fliegende Untertassen gestützt haben, um sein
Projekt zu retten. Nicht. Plausibel.
die angebliche Inspiration für den Falken: ein angebissener Hamburger mit einer Olive an Seite
So soll der Hamburger ausgesehen haben, der als verzweifelte Vorlage des Falken hätte dienen sollen:
rund wie ein Ufo, mit Sesamkörnern oben drauf als Andeutung
der Greeblies, abgebissen, um die Keile vorne anzudeuten und mit einer per
Zahnstocher angesteckten Olive für das asymmetrisch angebrachte Cockpit.
Ret-Con at its best.
Alternativ soll ja Joe Johnstons Gestaltung beim Anblick von schmutzigem Abwasch in Gang gekommen sein.
Beim Anblick. Von. Schmutzigem. Abwasch.
die angebliche Inspiration für den Falken: Joe Johnston erblickt schmutzige Teller
Diese falschen Fährten der Hamburgeridee
und der Teller finden sich
in vielen Medien und Quellen.
Hier auf Star Wars.com:
die angebliche Inspiration für den Falken: Joe Johnston erblickt schmutzige Teller
"Joe Johnston
was inspired by dirty dishes when designing the Millennium Falcon. Johnston
was also tasked with redesigning the Falcon when the original design was
deemed too similar to another ship on television. Under pressure and
mentally blocked, Johnston was sitting in the kitchen when he spotted plates
on the counter. He imagined sandwiching two together like hamburger buns to
create a saucer-like ship. The Millennium Falcon started to take shape."
Die falsche Burgerspur als Ablenkung
Im Nachhinein wurde die Legende vom
Hamburger erdacht, um von dem wahren, wenig eigenständig kreativen Ursprung
des Designs abzulenken und sprechfähig auf die Frage nach der Inspiration
des berühmtesten aller Raumschiffe zu sein.
Plagiate, Kopien und auch Ruhm
sind ein zentrales Thema in der Kreativbranche und stets ein neuralgischer
Kritikpunkt- daher wurde genau diese Vorgehensweise ersonnen, denn wenn man gar
keine Antwort auf drängende Fragen liefert, lässt man Spekulationen und
Gerüchten freien Lauf und die Wahrheit kommt durch unbefriedigte
Fragesteller und deren dadurch provozierte Recherchen schneller als ans
Licht als ein Pups im Dreimeterbecken die Oberfläche erreicht. Beides ist
übrigens nicht aufzuhalten. Kann ich bestätigen.
Hier hat es nun geklappt
mit der Burger-Ablenkungslegende und die Geheimhaltung hat sagenhafte 46
Jahre lang funktioniert.
Im Buch "The Making of Star Wars" von J. W. Rinzler wird die Burgerlüge an vielen Stellen untermauert:
• "I thought of the design on the
airplane, flying back from London: a hamburger. I didn't want it to be a
flying saucer, but I wanted to have something with a
radial shape that would
be completely different from something else" (George Lucas, Seite 89. Das
Interview fand jedoch erst im Jahr 2006 statt und eine Erinnerung an den
Vorgang aus dem Jahr 1974 mag da auch durchaus unscharf sein).
• "Joe, George
and John worked up this new idea for what they called the round 'Porkburger'
" (Seite 89).
• "Because a hamburger or saucer
doesn't really have a front,
mandibles were added to give the new vessel orientation." (Joe Johnston,
Seite 93).
• "Johnston's storyboard with Edlund's notes reflect the pirate
ship design revision. An earlier shot of the ship approaching Yavin is
replaced with the second vessel, while one storyboard showing the first
pirate ship moving along the Death Star trench is marked, "Re-do 'Hamburger
Boogie' " -a notation referring to the second pirate ship, which had been
inspired by the form of a hamburger". (Seite 95).
"The Making of Star Wars", Seite 95: ein Hamburger als Inspiration
angebliche Inspiration des Falken: ein Hamburger (Quelle: "Sculpting a Galaxy")
Auch im Buch "Sculpting A Galaxy" von Lorne Peterson wird auf Seite 18 das Hamburgernarrativ wiederholt:
• "The Falcon became a flying disk with a starboard outrigger
cockpit - inspired by the shape of a hamburger with a
speared olive hanging off the side."
Herr Lorne Peterson gibt aber auch mehrfach auf Nachfragen auf Facebook an, alle Greeblies und speziell auch die charakteristischen Strukturen wie den mechanischen Wasserskorpion freihand und ohne jeden Plan selbst erstellt zu haben. Das ist leider fragwürdig, wie sich hier noch herausstellen wird.
Zusammengefasst lässt sich festhalten: In „The making of Star Wars“, Seite 89, werden der Porkburger und das Hamburger-Design erwähnt, gefolgt von der Legende des im Flugzeug sitzenden George Lucas, dem der Hamburger in den Sinn kam als Nukleus des neuen Raumschiffdesigns.
angeblich wurde die "double inverted saucer shape" von George Lucas präferiert.
Mandibles nur zur Orientierung abgebracht?
die angebliche Motivation für die Frontkeile: bessere Orientierung für den Zuschauer
Auf Seite 93 erscheint dann erneut die Hamburger-Analogie und die Plausibilisierung
der Frontkeile in der Form, dass diese hinzugefügt wurden, um der runden
Silhouette eine leicht erkennbare Orientierung zu geben, die ein Vorne und
ein Hinten dem Zuschauer deutlich macht.
Der Falke ist nur ein Weltraum-Gabelstapler?
Zusätzlich wird davon gesprochen,
dass die Lücke zwischen den Keilen genutzt werden könne, um Frachtstücke
aufzunehmen ins Innere des Raumschiffs. (Leute. Bitte. Dass Disney Luke zu einem
verschrobenen Feigling macht. OK. Leia zu einer fliegenden Zombie-Mary
Poppins. OK. Lichtgeschwindigkeit zu einer ultimativen Waffe, die sogar
Todessterne, Sternzerstörer und Plots ganzer Sagen zerstören kann. OK. Aber den Rasenden Falken aus Retcongründen
zu einem Weltraum-Gabelstapler degradieren? Nein. Das geht jetzt wirklich zu weit.)
der Falke ist also nur ein kraftbetriebenes Weltraum-Flurförderzeug?
so viel Leistung, Wendigkeit und Geschwindigkeit für so wenig zu schiebende Fracht.
Zudem: ein Schmuggelraumschiff ist wie ein Drogenschnellboot und nicht wie
ein Containerschiff. Denkt mal drüber nach: ein Schnellboot muss klein,
schnell, übermotorisiert, bewaffnet und wendig sein. Ein Frachter… naja, eher nicht. Das sind zwei ganz
unterschiedliche Geschäftsfelder. Zudem ist die Lücke an der Front des
Falken mit filigranen Strukturen von Leitungen, Rohren, Aggregaten und
Lampen übersät, die das Einkuppeln von ganzen Frachtzügen völlig abwegig
erscheinen lassen. Das Manövrieren mit einem langen Güterzug vor der Front
ist auch komplett unsinnig. Von der Beladung und der Ablieferung mal ganz zu
schweigen. Auch kann der Pilot rein gar nichts sehen- er müsste weit oben
sitzen und nicht unten rechts. Je mehr ich drüber nachdenke, desto
erbärmlicher erscheint diese Erklärung des Fracht-Schiebers.
die Innenseiten der Frontkeile sind zu filigran, um Güter einzukuppeln und zu schieben/ manövrieren
Hier soll also rückwirkend das Drogenschnellboot zum Bugsierschlepper samt Schleppkahn degradiert werden.
Diese Vorstellung ist im gleichen Maße abwegig wie sie ebenso nicht
vereinbar mit den sichtbaren Strukturen des Falken erscheint. Nun ja, die Formen der Keile und die resultierende Lücke sind
tatsächlich nicht
zufällig entstanden und auch die genaue Form, Proportion und Größe waren bei
Leibe nicht beliebig.
Wie genau der Prozess aussah, kläre ich in diesem
Video auf.
Nochmals kurz zusammengefasst:
die schlanke Silhouette
der Hot Rod
Das schlanke Design wurde zunächst mit
Hot-Rod-Charakteristika ausgestattet
und dann kam die sogenannte
„Hamburger-Form“ ins Spiel:
die plötzlich entstandene, gehamburgerte Version
das ursprüngliche Storyboard
die plötzlich entstandene, gehamburgerte Version.
hier ein Storyboard zunächst mit der
Hot-Rod-Version und anschließend die „gehamburgerte“ Gestaltung.
Somit ist der Fall geklärt, geschlossen und kann zu den Akten gelegt werden.
Der Hamburger war’s...
Bild: Kessel Bun vom Ollie Pearson

The Millennium Falcon and its missing conceptual development
Die Idee, dass George Lucas also im Flugzeug sitzend über
eine neue Form des Raumschiffs sinnierte und dabei seinen angebissenen
Hamburger mit kreativ seitlich angesteckter Olive ansah, leise "Heureka" flüsterte
und die Idee für den Falken bekam, ist Unsinn.
George Lucas ist ein lausiger
Designer. Dazu wurden die kieferartigen Bug-Verlängerungen ("mandibles")
nicht an den Falken angebracht, weil sie durch die abgebissene Lücke des
Frikadellenbrötchens inspiriert wurden, sondern um dem Zuschauer es zu
erleichtern, zu erkennen, wo vorne beim sonst kreisrunden Raumschiff ist
(siehe Seite 93, "mandibles were added to give the new vessel
orientation.").
Die Lücke wurde dann plausibilisiert mit der Funktion zur
Aufnahme von Transportgütern.
Zudem wurde das Cockpit nicht wegen der
berüchtigten Hamburgerolive an der Seite angebracht, sondern weil das
Cockpit des Ursprungsraumschiffs ja beim neuen Modell weiterbenutzt werden
musste (die Kulissen und Requisiten befanden sich ja schon im Bau für die
Dreharbeiten). Das ganze Cockpit wurde abgesägt und sogar erst mittig (sogar
anfangs mit einem Teil der länglichen Struktur des Ursprungsmodells) und
erst später seitlich angebracht.
Das Design entstand also aufgrund der Zwänge vor Ort und nicht wegen der Hamburger-Vision.
Somit entfällt
der Hamburger als Erklärung des Ursprungs, da sich die Fakten widersprechen,
denn warum sonst gab es eine Zeichnung mit dem Cockpit in der Mitte? Die
Oliven-Idee kann es nicht gewesen sein.
Urbaner Mythos
Aber Moment… was genau hat da Joe Johnston
offiziell zu Protokoll gegeben? Er selbst widerlegt freimütig die
fadenscheinige Hamburger-Geschichte und gibt ihr das vernichtende Etikett
eines urbanen Mythos. Erstunken und erlogen. Eine falsche Fährte. Ein
Placebo, um den bohrenden Fragen einen Schlusspunkt zu setzen und weitere
Investigationen zu unterbinden.
Joe Johnston entlarvt die ganze Hamburger-Geschichte als Lüge
Der Hamburger ist ein roter Hering.

Der berüchtigte Brückentroll aus The Secret of Monkey Island
Der Troll mag den Fisch, der ein "Red Herring" ist.
die Ähnlichkeit ist natürlich nicht zufällig.
Dale Pollock, in Skywalking page 210: "And who else [but Lucas] would refer to the *Falcon* as “a hamburger-shaped spaceship?”
"[...] whose redesign by Joe Johnston was purportedly inspired by Lucas’ idea of a hamburger in space."
Das ist also das gesamte Quellenmaterial, das die Hamburgeridee
belegen soll. Lächerlich.
"As far as I can tell, there is no significant
concept development of the Millennium Falcon between the intial blockade
runner design and the subsequent 'real' Falcon. One moment it's the blockade
runner, the next it's the falcon as we know it."
Nur eine transplantierte Pilotenkanzel und eine Radarschüssel sind natürlich kein Ursprung für ein neues Konzept.
2011 wurde vom Verfasser der genialen
Seite kitbashed.com bemängelt, dass keine Konzeptentwicklung bekannt sei
zwischen dem Blockade Runner und dem Falken. Keine Zeichnungen, Modelle oder
Entwicklungsschritte. Auch unterstreicht er sofort, dass er kein Anhänger
des Hamburgerismus sei.
Es gäbe keinerlei belastbare Zitate von George Lucas, die die Hamburgeridee belegen und dennoch sei die Geschichte unendlich oft wiederholt worden.
Es handelt sich um eine Art erzwungenen Mandela-Effekt.
Dale Pollocks Zitat in Skywalking auf Seite 210 sei lediglich eine
Andeutung, die den Namen Lucas nur lose einschließt und die Umgestaltung
des Raumschiffs durch Johnston sei durch einen Hamburger inspiriert: eine
Aussage, die auch leicht durch eine unpräzise Wiedergabe der Situation
entstanden sein könnte. (Der Falke wurde gestaltet und George Lucas sagte beim
ersten Anblick, dass er sich an einen Hamburger erinnert fühlte.)
Genau solch eine Verkehrung der Rezeptionssequenz ist ja auch beim Slave 1 entstanden- das Design wurde später wiedererkannt in einer Straßenlaterne und daraus wurde die fixe Idee, das Design basiere auf ebendieser Laterne.
Die
Entstehung des Slave 1 kläre ich auch auf in diesem Video, wobei ich jetzt
schon verrate, dass die Nähe zur Entstehung des Falken verblüffend groß ist
auf nahezu allen Ebenen.
Eine glatte Untertasse wird hier als
geringstwertigstes Design bezeichnet, das aufgrund der Einfachheit in so
vielen Science Fiction Werken verbreitet ist. Ergänzt wird die Aussage um
die Assoziation, dass die Vulkanier-Grußhand mit den abgespreizten Fingern
dem Falken ähnlich sähe.
Statt einer Vulkaniergrußhand komme
natürlich auch eine menschliche Hand in Frage, wenn es um Ähnlichkeiten
geht. Es ist wie mit der Slave 1 Straßenlaterne, nur mit deutlich mehr
Vergleichen und Assoziationen. Dabei fällt mir ein, dass die Slave 1 auch
wie ein Bügeleisen aussieht. Man könnte also auch frech vermuten, das
Design beruhe auf einem Bügeleisen. Ist natürlich Unsinn.
Ein wichtiger Aspekt wird hier herausgestellt: der wirtschaftliche
Faktor. Ohne genaue Pläne und Konzepte ein sehr teures Modell neu zu bauen,
wäre betriebswirtschaftliche Selbsttötung gerade in dem angespannten Umfeld
der Produktion, die bereits Budget- und Zeitrahmen weit überschritten hatte.
Das Budget war nebenbei nochmals bemerkt riesig: 11 Millionen Dollar waren
doppelt bis dreimal so viel Geld, wie es für Produktionen in der Zeit von
1970 bis 1977 üblich war.
Die Mondfisch-Theorie
Die Mondfisch-Orientierung, die in Cinefex Nummer 65, Seite 80 erwähnt wird, erklärt
zwar nicht die Gestaltungsgrundlagen des Falken, aber sie erklärt, aus
welchem Grund das Cockpit asymmetrisch so ungünstig angebracht wurde, dass
eine Sicht auf die gegenüberliegende Backbordseite praktisch unmöglich war.
Halt, Stop,
jetzt falle ich auch darauf herein. Es ist genau umgekehrt: Das Cockpit
wurde an einer so ungünstigen, unlogischen Stelle platziert, dass es keinen
Sinn ergibt (die Sicht nach links ist eingeschränkt). Anschließend wurde die
Mondfisch-Fluglage erfunden (horizontaler Start, Rotation in die Vertikale,
Flug nach vorne mit den Keilen an der Front), die nicht nur exotisch klingt,
sondern auch die eingeschränkte Sicht aufhebt. Leider ist so ein fliegender
Pfannkuchen in der Draufsicht wenig fotogen und nimmt zu viel der Bildfläche
auf der Leinwand ein. Dazu ist das sich drehende Cockpit mechanisch nur
schwer zuverlässig zu realisieren als praktisches Modell. Also hat man die
Mondfisch-Konstellation wieder abgesagt (wenngleich das Gelenk nach wie vor
zu sehen ist am Modell) und erst wieder beim B-Wing realisiert. Beim B-Wing
sind die hier im Zitat angeführten Wurzeln in Form der Berkey Bilder deutlich
erkennbar und korrekt.
Hier vermutet ein Autor, dass die Neugestaltung eine sprichwörtliche
Nacht- und Nebelaktion unter Hochdruck gewesen sei, die keine Zeit für
zusätzliche Dokumentationen zugelassen hätte.
Hier bemerkt der Autor, dass er die Hamburgerfabel
tausendfach gehört habe aber stets der gleiche Gedanke in ihm aufkommt, wenn
er drüber nachdenkt:
Wenn man ein ausgefeiltes Design auf dem Papier in der Art dieser McQuarrie-Illustration erschaffen hat und dieses derart befürwortet, dass ein detailliertes, teures Modell dieser Qualität gebaut wurde, erscheint es „wenig plausibel“ (*hust*), dass das neue Design nur anhand eines gewöhnlichen Frikadellenbrötchens ins Leben gerufen wurde über Nacht.
Darüber
hinaus
bezeichnet
der
Verfasser
George
Lucas' Kommunikation
als
zumindest
fragwürdig
im
Hinblick
auf die
historischen
Fakten
der Star
Wars
Filmentstehung
und
vermutet,
dass
Lucas
selbst
die Idee
des
Hamburgerunsinns
irgendwie
unterhaltsam
oder
gerissen
fand.
Assoziationen
Ich fasse die allesamt recht eindimensionalen Erklärungsversuche hier nochmals zusammen (sie werden immer mehr und entfernen sich von der Wahrheit immer weiter…)
Hamburger
mit
Olive an
der
Seite,
schmutziges
Geschirr
mit
Tellern
Vulkaniergrußhand
oder
einfacher
auch nur
eine
eben menschliche Hand
(hm, dabei fällt mir die
Elbphilharmonie auf, deren Silhouette tatsächlich den Fingern ähnelt… ein
Zufall oder doch das sich überall im guten Design niederschlagende Prinzip
der Fibonacci-Folgen, die ich später nochmals hier aufgreifen werde?)
Tortenstück
Pac-Man (es wird nicht besser hier… zumal das Entstehungsdatum 1980 beim
besten
Willen
nicht
passt)
die Gürtelschnalle des Gunslinger sieht aus wie der Falke. Die menschengemachten Fehler in einer hochtechnisierten Welt werden sowohl in Westworld (1973) als auch in 2001 dezent visualisiert. Alan Oppenheimers (Chief Supervisor)
Zitat aus Westworld beschrieb
damals schon perfekt das Grundproblem der heutigen KI-Thematik: "We aren't dealing with ordinary machines here. These are highly complicated pieces of equipment. Almost as complicated as living organisms. In some cases, they have been designed by other computers. We don't know exactly how they work."
("Immerhin haben wir es nicht mit gewöhnlichen Maschinen zu tun: es sind außerordentlich komplizierte und empfindsame Apparaturen- fast so kompliziert wie lebende Organismen. In einigen Fällen sind sie von
anderen Computern entworfen und gebaut worden. Wir wissen nicht mal genau, wie sie funktionieren.")
Man weiß nie genau, was rauskommt und warum.

ein Kartoffelchip (der hier aber auch ein wenig nach der Narcissus aussieht)
der
Komet
12P/Pons-Brooks...
die
Baltic Sea Anomaly...
Ein Intruder XB982 Raumschiff aus dem
Valérian
and
Laureline
Comic,
(Der Plan des Command Modules eines Battlecruisers Guadalcanal aus "Space: 1999" weist auch eine erhebliche Ähnlichkeit auf. Die Verflechtungen aus 2001, 1999, Brian Johnson und Star Wars
sind vielfältig und unübersehbar. Aber ich habe eine noch weitaus stichhaltigere Erklärung am Ende dieses Berichts, der die wahren Ursprünge zweifelsfrei darlegt.)
das
selbst
wiederum
einem
Ufo
ähnelt,
dass in
einem
50er
Jahre
Streifen
(Invasion
der
Untertassen-Männer,
1957)
auftauchte...
das auch dieses Weird Science Titelblatt Nr. 16 aus dem
Jahre 1952 schmückte.
die vordere Tellerform der Enterprise könnte
ebenso Modell gestanden haben für den Falken. Diese Idee wurde im Film
„Zapped“ (der wunderbare Titel der deutschen Variante lautet „Der Typ mit
dem irren Blick“) bereits visualisiert mittels eines
Falken-Enterprise-Hybriden...
aber es könnte auch der Sattelaufliegerkupplung
sein
eines
LKW.
(Wer
diesen
LKW
kennt,
hat
einen
Preis
verdient,
schreibt
es gerne
in die
Kommentare)
Das Intermotor 23940 Contact Set sieht auch verdächtig nach dem Falken aus: Keile, Lücke, rundes Heck, Triebwerksventilationsdeckel, Querachsentunnel und sogar die Cockpitposition ist erkennbar mit et-was gutem Willen und viel Fantasie.
Die
asymmetrische Cockpitausrichtung könnte auch vom Blohm & Voss BV 141
Aufklärungsflugzeug stammen...
oder die frühe Entwurfskizze der Lockheed P-38 Lightning inspirierte mit ihrer Asymmetrie den Falcon...
(angesichts der Form der Pilotenkanzel des P-38 Flugzeugs, die an das Cloud Car in "Das Imperium Schlägt Zurück" erinnert, fällt auf, dass auch die F-82 Twin Mustang offensichtlich auch Vorbild war.)
...oder stand der fliegende Pfannkuchen (Chance Vought V 173) Pate für den Falken?
oder stand der fliegende Bierdeckel (das Kreisflügelflugzeug Modell Sack AS 6) Pater für den Falken?
oder stand das VTOL-Gefährt (Avro Canada VZ-9 Avrocar) Pate für den Falken?
oder war der Anblick der sowjetischen Analogcomputersteuerung I233EM-1 (ПРИБОР И233ЭМ-1, nach N. A. Pilyugin), die in der Kubakrise 1962 die R14 Chusovaya-Raketen (die Zeichnung der Silhouette passt leider nicht ganz, es ist wohl eher eine Sojus oder Produkt 95/ UR-200) ins Ziel leiten sollte ein Startpunkt für die Falkengestaltung?
Oder wie wäre es mit einer Pizza als Vorlage des Falken?
Man merkt, es kann kaum verrückter oder
abwegiger werden...
Aber Moment, was steht hier auf Seite 22 des
offiziellen Buchs „The George Lucas Exhibition? „Über die finale Gestaltung
des Falken wurde schließlich entschieden, als das ILM Team und George Lucas
zum Mittag Pizza aßen. Lucas hatte plötzlich einen Geistesblitz und der
Falke hatte schließlich die Form zweier Dinge: eines UFOs und einer… Pizza.“
. Daher auch die Überschrift des Artikels: „UFO + Pizza“.
Kinners,
kannste Dir nicht ausdenken, sowas...
Komme Auf Die
Dunkle Seite Der Macht!